Der Traum

Von Roman am 02. March 2020

Wir sitzen mit Georg Danzer im Gasthaus „zum goldenen Engel“ in Hollabrunn, trinken Bier und essen das Mittagsmenü. Geschuldet der Berühmtheit des großen Musikers, und der ihm verehrenden Wirtin, wurde ihm zumindest die doppelte Portion aufgetragen, die er mit Hingabe in sich hineinstopft. „Das Essen erinnert mich an meine Großmutter“ erklärt er mit verklärten Blick, und ich blicke zu meinem Freund und musikalischen Kompagnon, Michael Skribany. Uns war beiden klar, dass jetzt die „DoliOma-G’schicht“ kommen wird. Aber der Danzer redet vom Niedergang des musikalischen Lokalkolorits, Anbiederung an Mainstream und Chartrankings, Ausweidung lebendiger Musikerseelen, von unkontrollierbaren Algorithmen und monotonen Sequenzer-Loop-Pattern-Gewichse die den Boden für sinnlose Worthüllsen bieten. „Und dieser ganze Schrott“, prophezeit er, „wird verherrlicht werden in betonsüchtigen Tempeln, wo ich nicht einmal aufgemalt werden möchte“. Er nimmt noch einen Bissen von der Erdäpfel-Gurken- Einbrenn - die im Weinviertel als „Saure Hund“ bekannt ist - und finalisiert seine Apokalypse mit dem Untergang des Austropop. Erschöpft legt er sein Besteck zur Seite, deutet auf seinen halb vollen Teller, und sagt:“I kann nimmer, macht’s ihr weida...“ Und das - so will es die Geschichte -war zwar nicht der Beginn von "Saure Hund", aber irgendwie ein Auftrag....


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